Heute Sonntag fand im Marriott Hotel Zürich die alle zwei Jahre stattfindende Schweizer Sommelier-Meisterschaft statt. Die drei Finalisten servierten unter Aufsicht einer fachkundigen Jury Champagner und degustierten, kommentierten und dekantierten Weine. Die organisierende Schweizer Sommelier-Vereinigung (ASSP) zeigte sich über das grosse Interesse der Zuschauer aus Gastronomie und Hotellerie erfreut. Sieger und neuer Schweizer Sommelier-Meister 2012 wurde Fabio Masi aus Genf. Zweiter und damit Vize-Sommeliermeister wurde Simone Ragusa aus Lugano. Den dritten Rang erreichte Reza Nahaboo aus Montreux.
Fabio Masi ist der strahlende Gewinner.
Nach dem Halbfinale der am Samstag intern durchgeführt wurde, konnte am Sonntag im Marriott Hotel Zürich der beste Sommelier der Schweiz 2012 ausgezeichnet werden. Das Finale der 18. Sommelier-Meisterschaft um die «Bel Air Trophy Margaux Marquis Aligre» fand nicht nur unter den kritischen Augen der Jury statt, sondern auch vor einem grossen interessierten Publikum. Die besten Sommeliers der Schweiz waren anwesend, angeführt vom Schweizer Europameister der Sommeliers 2012 Paolo Basso als Jurypräsident. Neun Kandidatinnen und Kandidaten, die sich für den Halbfinal qualifiziert hatten, wurden im Vorfeld auf ihre Kenntnisse in Oenologie, Weinbau, Weingeografie und Weinservice geprüft. Drei Kandidaten qualifizierten sich schliesslich für das Finale auf der Bühne mit einer Prüfung vor Publikum mit Blinddegustationen von Weinen, Weinempfehlungen zu einem Menü, Kommunikation mit Gästen, Zigarrenservice und Fremdsprachen.
Seit 1986 fördert die «Association Suisse des Sommeliers Professionnels – ASSP» die Ausbildung der Sommeliers in der Schweiz, indem sie diese Meisterschaften durchführt. Nach Frankreich 1986, war die Schweiz das zweite europäische Land, das eine solche Meisterschaft durchführte. Ziel der Institution ist es, den Beruf des Sommeliers im Restaurationsgewerbe, bei den Verantwortlichen des Hotelgewerbes und in der Öffentlichkeit besser bekannt zu machen. Ferner, um talentierte Sommeliers auf dem Gebiet des Weines zu gewinnen, und den Beruf des Sommeliers zu fördern, um einen gesunden Wettstreit unter Sommeliers zu ermöglichen. Die Meisterschaft wird abwechslungsweise in den drei sprachspezifischen Landesteilen durchgeführt. Dieses Jahr war der Deutschschweizer Sommelierverband SVS, unter ihrem langjährigen Präsidenten Bruno-Thomas Eltschinger, Gastgeber der Sommelier-Gemeinde der Schweiz und freute sich sehr darüber, dass die Wertschätzung für den Beruf Sommelier ständig zunimmt und die Ausbildung einen hohen Standard erreicht hat.
Von den Kandidatinnen und Kandidaten waren im Hinblick auf die mit Stress verbundenen Prüfungen besondere Anforderungen gestellt, die in Anwesenheit der Jury, der Presse und des Publikums auch menschliche Reife verlangte. Nach der Auswertung durch die Jury verkündete Piero Tenca, Nationaler Präsident der ASSP «Association Suisse des Sommeliers Professionnels», die Ränge: Sieger wurde Fabio Masi (29) vom Four Seasons Hotel des Bergues, in Genf. Den zweiten Rang erkämpfte sich Simone Ragusa (27) vom Restaurant Lido Seegarten in Lugano, und Reza Nahaboo (24) vom Grand Hôtel Majestic in Montreux erreichte den 3. Rang.
Für Myriam Broggi-Praz, Verantwortliche des Wettbewerbs, und Paolo Basso, Jurypräsident, sowie dem Nationalen Präsidenten Piero Tenca war die 18. Ausgabe des Wettbewerbs sehr erfolgreich abgelaufen. Dazu trugen nicht nur die Sponsoren Château Bel Air Aligre Marquis und Mineralwasser San Pellegrino, Acqua Panna, Nespresso, sowie Champagne Laurent-Perrier bei, sondern auch der grosse Publikumsaufmarsch und die 22 Teilnehmer an den Ausscheidungen zum Wettbewerb aus allen drei Landesteilen. Die «Association Suisse des Sommeliers Professionnels – ASSP» setzt sich auch weiterhin intensiv für die Nachwuchsförderung und die Weinkultur in Hotels und Restaurants der Schweiz ein. Dazu gehören auch die Ausbildungen an den drei offiziell anerkannten Sommelier-Fachschulen in jedem Landesteil, die vom Verband ASSP lizensiert sind und mit der Weiterbildung exklusiv beauftragt wurden.
Fabio Masi (1. Rang, mitte)
Er wurde am 28. August 1982 in Milano geboren und hat das Sommelier-Diplom im Jahr 2001 mit "Excellent" bestanden. Seine Stagieren absolvierte er im Waterside Inn in London und in der "Enoteca Pinchiorri" in Florenz. Im Hôtel des Bergues Four Seasons in Genf arbeitet er jetzt als Chefsommelier und Directeur du Restaurant.
Seine Erfolge: 1. Platz Trophée Ruinart Meilleur Sommelier d’Italie 2006, 1. Platz Meilleur Sommelier d’Italie 2009, Halbfinalist beim Meilleur Sommelier d’Europe im 2006, Halbfinalist beim Meilleur Sommelier du Monde 2007 und 2010
Simone Ragusa (2. Rang, links)
Geboren am 15. Juni 1984 hat er seine Karriere mit dem Diplom professionel ASSP begonnen. Anschliessend besuchter er die
höhere Fachschule für Hotellerie und Tourismus in Bellinzona. Danach folgte das Kantonale Diplom im Tessin als Sommelier
diplomée. Als Sommelier hat er eine Stage im renommierten Restaurant Alain Ducasse à Monaco absolkviert.
Reza Nahaboo (3. Rang, rechts)
Er wurde auf der Insel Reunion am 21. Juni 1987 geboren. Er studierte an der Sommelier-Schule in Grenoble. Als junges Talent hat er als Kellner im Hermitage in Montreux gearbeitet. Im Jahr 2007 wurde er bester Sommelier im Loiretal in der Kategorie «junge Talente». Danach arbeitete Réza Nahaboo als Sommelier bei Philippe Rochat im Hôtel de Ville in Crissier, dem Restaurant Lasserre in Paris und im Restaurant Pal&Ness à Oslo in Norwegen. Als bester Wassersommelier gewann er 2009 den Spezialpreis San Pellegrino/Acqua Panna. Heute arbeitet er im vom Grand Hôtel Majestic in Montreux.
Familie Wicht von Château Bel Air-Marquis d'Aligre mit den drei Finalisten.
Sonderpreis San Pellegrino
Bester Wasser-Sommelier wurde Simone Ragusa vom Restaurant Lido Seegarten in Lugano
Sonderpreis «La Chaîne des Rôtisseurs Suisse» für den Gewinner
Teilnahme am Internationalen Finale um den besten «Jeune Sommelier du Monde» in Südafrika mit einer einwöchigen
bezahlten Reise und einem Barpreis von Fr. 1000.--
Die praktischen und mündlichen Prüfungen für das Finale:
- Bestellungsaufnahme (die passenden Weine zu den Speisen)
- Konversation in Englisch oder Französisch
- Service einer Flasche Champagner
- Dekantation eines Rotweins aus dem Körbchen
- Blinddegustationen von zwei Weinen
- Benennung von fünf Spirituosen
- Berichtigung einer fehlerhaften Weinkarte
- Beratung und Service von Zigarren, Kaffee und Tee
Ehrenliste der Besten 18. Sommeliers der Schweiz:
1986 Marc Dekegel
1987 Myriam Broggi
1988 Marc Perrey
1989 Eric Duret
1990 Jean-Marc Guelpa
1991 Marc Friederich
1992 Emmanuel Heydens
1993 Claudio De Giorgi
1994 Raffaello Bonuccelli
1995 Philippe Piou
1996 Ezio De Bernardi
1997 Paolo Basso
1999 Joseph Pargfrieder
2001 Emilio Del Fante
2003 Savino Angioletti
2005 Christian Bock
2009 Fabio Miccoli
2012 Fabio Masi
Fabio Masi wurde am 28. August 1982 in Mailand geboren. Er bestand das Sommelier-Diplom im Jahr 2001 mit Auszeichnung und sammelte Erfahrungen im Waterside Inn in London und in der «Enoteca Pinchiorri» in Florenz. Heute arbeitet Fabio Masi im Four Seasons Hôtel des Bergues in Genf als Chefsommelier und Restaurantleiter.
Seine Erfolge: 1. Platz Trophée Ruinart Meilleur Sommelier d’Italie 2006, 1. Platz Meilleur Sommelier d’Italie 2009, Halbfinalist beim Meilleur Sommelier d’Europe im 2006, Halbfinalist beim Meilleur Sommelier du Monde 2007 und 2010.
wlch: Herzliche Gratulation zum Meilleur Sommelier 2012. Das ist nicht die Erste Auszeichnung, die Sie gewinnen. Was bedeutet Ihnen dieser Titel?
Masi: Ich wohne seit vier Jahren in der Schweiz. Mir gefällt es hier sehr gut. Deshalb bedeutet mir der Titel sehr viel. Während der Vorbereitung habe ich viel über die Schweizer Weine gelernt.
wlch: Wieviel Zeit wenden Sie auf für
das Studium und für Verkostungen?
Masi: Jeden Tag studiere ich mindestens drei Stunden in Weinbüchern und lese Fachartikel. Wie viele Weine ich verkostet habe, habe ich nicht gezählt. Zudem haben mich mein Arbeitgeber und Sommelier-Kollegen unterstützt.
wlch: Welches war aus Ihrer Sicht die kniffligste Frage?
Masi: Zehn Fotos von Schweizer Rebbergen richtig zu benennen war ganz schön schwierig.
wlch: Welches war Ihre erste Begegnung mit Wein?
Masi: Das war schon sehr früh. Als drei oder vierjährigem hat mir mein Grossvater Brotstücke in Wein getunkt.
wlch: Was fasziniert Sie am Wein?
Masi: Bei der Vielfalt hat man nie ausgelernt. Es gibt immer wieder neue Produzenten, Vinifikationsmethoden und Jahrgänge zu entdecken.
wlch: Haben Sie einen Liebelingswein?
Masi: Nein, eine Lieblingswein habe ich nicht. Aber ich mag deutsche Rieslinge und Rotwein aus dem Piemont.
wlch: Was tun Sie, um sich vom Wein zu erholen?
Masi: Nach einer Verkostungstour fahre ich Rad oder liege am liebsten an den Strand und gönne mit eine kühles Bier.
Interview: Gabriel Tinguely