Dieser Wein besticht durch seine helle, transparente Farbe mit blassen, strohgelben und grünen Reflexen, wenn er jung ist. In der Nase kommt Zitrus, Pfirsich und eine leichte Mineralität vom Schiefer zum Vorschein. Am Gaumen ist er schlank mit kräftiger Säure und lang im Abgang. Ein leichter eleganter Wein. Erkannt? Genau! Ein Riesling von der Mosel. Christian Bock ist der erste Master Sommelier der Schweiz. Er kann hunderte Weine blind nach Jahrgang, Traube und Herkunft zuordnen.
Sechs Jahre lang hat sich der ehemalige Chef-Sommelier des Park Hotels Weggis auf die Prüfung in London vorbereitet. Nebst einem theoretischen und praktischen Teil musst er beim Tasting sechs Weine beschreiben und Traubensorte, herkunft mit Produzent und den Jahrgang bestimmen. «Das ist eine reine Trainignssache», sagt Christian Bock. Mit anderen Sommeliers, die sich ebenfalls auf die Prüfung vorbereitet haben, verkostete er hunderte Weinproben. Der Weggiser war der Einzige der Gruppe, der die Prüfung bestanden hat. Der Titel Master Sommelier ist neben dem Master of Wine der höchste Titel im Weinbusiness. Gerade mal 180 Personen haben den Master in den 40 Jahren, in denen es diesen Titel gibt, bestanden. Und Bock ist einer von nur drei Meistern im deutschsprachigen Raum. www.mastersommelier.org
Und was bringt der ganze Aufwand?
«Naja, in Deutschland hätte jeder von heute auf morgen gewusst, wer ich bin», so Bock. «In der Schweiz fragen mich alle: Was hast du denn eigentlich gemacht?» Ihm geht es nicht um den Ruhm. «Dafür habe ich die Ausbildung nicht gemacht, nein. Sondern für mich selbst. Ich wollte einfach weiterkommen.»
Und mit was stösst ein Weinmeister erster Güte an Silvester an? Prosecco oder Champagner? «Weder noch. Schaumweine sind nicht so meine Sache. Ich genehmige mit wohl ein gutes Glas Rotwein.»