GAMAY
Herkunft
Benediktinermönche des Klosters Cluny und Zisterzienser der Abtei Clos de Vougeot brachten im 13. Jahrhundert den burgundischen Weinbau entscheidend nach vorne, indem sie den Einfluss des Terroirs auf die Weinqualität erkannten und Gamay im Burgund anpflanzten, wo die Rebe nach einem gleichnamigen Dorf an der Côte d’Or benannt wurde. Sie reifte sehr zuverlässig und lieferte hohe Erträge, so dass sie bald ein ernster Konkurrent für die heiklen und empfindlichen Pinot Noir wurde. So kam es nicht von ungefähr, dass Herzog Philipp der Kühne von Burgund (1363-1404), der die kommerzielle Bedeutung des Weines für den Export längst erkannt hatte, 1395 in einem berühmten Dekret den Anbau von Gamay mit dem Argument der Schädlichkeit für die menschliche Gesundheit verbot und die Traube als «unehrenhaft» («l'infâme et déloyal Gamay») bezeichnete.
Diese Verdrängung aus den burgundischen Weinbergen kam der Qualität der Gamay aber sogar zu Gute, weil sie an den Granithängen des Beaujolais noch besser gedeiht als auf dem Kalksteinabbruch der Côte d'Or.
Verbreitung
In der Schweiz ist Gamay in den Kantonen Genf, Waadt und Wallis weit verbreitet. In Genf ist sie zur vorherrschenden roten Rebsorte geworden und wir sortenrein ausgebaut. Oft auch mit Gamaret und Garanoir assembliert. Zusammen mit dem Pinot Noir liefert der Gamay bekannte Verschnittweine im Waadtland (Salvagnin) und im Wallis (Dôle).
Im Norden des Beaujolais profitiert sie von den schiefer- und kalkhaltigen Granitböden. Zehn herausragende Curs unterscheiden sich: Saint-Amour (317 ha), Julienas (609 ha), Chénas (285 ha), Moulin-à-Vent (681 ha), Morgon (1.132 ha), Chiroubles (376 ha), Fleurie (879 ha), Brouilly und Côte de Brouilly (1.315 und 331 ha) sowie Régnie (746 ha). Auch im südlicheren Teil auf den Steinböden bringt sie die Villages-Weine und auf den lehmigen Böden gute Beaujolais und respektable Beaujolais primeurs hervor.
In Frankreich wird der Gamay außerhalb des Beaujolais vor allem im Mâconnais und an der Loire angebaut, wo er als Vin des Pays du Jardin de la France verkauft wird. In anderen Gegenden wird Gamay manchmal (meist im Verhältnis 2:1) mit Pinot Noir gekeltert. Ein Verschnitt mit Pinot Noir ist der AOC Bourgogne Passetoutgrains in Frankreich
In Italien wird Gamay im Valle d’Aosta angebaut.
Eigenschaften
Gamay reift später als Pinot Noir. Der Saft der Gamay-Traube ist weiß, die Farbe der Weine kommt aus der Schale.
Weintyp
Gamay ergibt erfrischende, leichte Weine mit scharfen, bonbonartigen Himbeer- und Kirscharomen. Die Crus im Beaujolais liefern etwas gehaltvollere Weine, die teilweise einige Jahre reifen können. Rund, verführerisch und bezaubernd, weist der Gamay im Wallis eine erstaunlich intensive Aromatik auf.
Die frische Frucht des Gamay schmeckt in jungen Jahren (3 bis 5 Jahre) am besten. Die besten Lagen ergeben auch Lagerweine (10 Jahre und mehr).
Die Primeurs sind für ihre überwältigenden Aromen, die Lebhaftigkeit und die Heiterkeit seiner Fruchtigkeit berühmt.
Synonyme
Eine Auswahl von Produzenten, die GAMAY anbauen:

weinlandschweiz.ch
Gabriel Tinguely

Domaine la Colombe
Raymond Paccot
Alle Produzenten aufrufen, die GAMAY anbauen.




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